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AHGZ
9. Mai 2015
AHGZ – Auflage: 15.515 [19/2015]

Die beklagte Schnelllebigkeit ist keine. Autorin: Brit Glocke

Employer Branding war 2014 das große Thema bei den Wellness-Hotels & Resorts, sprich die Kooperation zur Arbeitgebermarke zu machen. Wie weit sind Sie damit?
Altewischer: Ein sehr „dickes Brett“ und ein langer Weg. Aber wir müssen Unterschiede machen zu den Hotel-Ketten / Marken. Wie wir aus unseren Mitgliedshäusern wissen, ist es zunehmend schwerer gute, motivierte Mitarbeiter zu finden. Deshalb arbeiten wir jetzt mit der Internationalen Hochschule Bad Honnef (IUBH) zusammen. Wir wollen als Kooperation in den uns angeschlossenen Hotels ein Duales Studium anbieten. Zwei Optionen soll es geben: Zum einen die Möglichkeit für ein komplettes Studium und zum anderen Zertifizierungen für Teilbereiche, die die Mitarbeiter speziell interessieren. Dafür wird es eine Online-Datenbank mit Weiterbildungsangeboten geben. 2016 wollen wir das Duale Studium in der Gruppe anbieten, einzelne Weiterbildungen schon früher.

Wie kam die Zusammenarbeit mit Bad Honnef zustande?
Altewischer: Wir sind bereits 2013 auf die Hochschule Bad Honnef zugegangen. Derzeit erarbeitet die IUBH einen Studiengang für die Kooperation. Unser Beirat und die Junioren haben es grundsätzlich abgesegnet, so dass wir in die Umsetzung gehen können. Ein Probezugang zur Online-Datenbank der IUBH für die Junioren steht bereits. Was wir langfristig erreichen wollen, ist natürlich ein Benefit für Arbeitnehmer und unsere angeschlossenen Hoteliers. Um wiederum potenzielle Arbeitnehmer und Nachwuchsmanager zu erreichen, versorgen wir 16 Hochschulen mit Infos über unsere Kooperation. Den nun angestoßenen Stein in Bewegung zu halten, ist die eigentliche Kunst. Hier ist Kontinuität wichtig.

Clipping AHGZ Interview 2015

50 Mitglieder bei Wellness- Hotels & Resorts – das war der Stand im März 2014. Ist das immer noch so?
Altewischer: Wir haben derzeit 46 Mitglieder, das sind ein paar weniger als im Vorjahr. Partnerschaften gehen manchmal auseinander. Gleichwohl sind wir in Gesprächen mit an einer Mitgliedschaft interessierten Hoteliers.

Sie sind auch mit einem Haus in den Niederlanden vertreten – wie läuft es dort?
Altewischer: Gut. Wir arbeiten seit elf Jahren mit einer PR-Agentur vor Ort. Seit 2010 haben wir ein Mitgliedshotel in Bad Nieuweschans, es verzeichnet heute 15 Prozent deutsche Gäste – anfangs lagen wir noch bei 5 Prozent.

Im vergangenen Jahr haben Sie erstmals TV-Spots geschaltet, um die Wellness-Hotels & Resorts zu bewerben. Was hat das gebracht?
Altewischer: Rund 46 Mio. Zuschauer haben unsere Spots im Sendeumfeld von Sixx und Sat.1 erreicht. Während der Sendezeit hatten wir Besucherspitzen von 3.000 Besuchen und mehr auf unserer Website. Wir hatten bis Oktober 2014 geschaltet, selbst danach gab es noch Traffic. Insgesamt hatten wir im Vergleich zum Vorjahresmonat 120.000 zusätzliche Besucher auf unserer Seite. Unsere Zielgruppe sind Frauen zwischen 25 und 59 Jahren mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 2.500 Euro im Monat. Sixx hat als Sender diese Zielgruppe für uns am besten abgedeckt.

Was haben die TV-Spots gekostet und machen Sie weiter?
Altewischer: Wir haben rund 300.000 Euro investiert. Und ja, wir machen weiter – man kann nicht, wenn es ernst gemeint ist, mit einer TV-Kampagne anfangen und dann sofort wieder aufhören. Unsere Spots werden auch in diesem Jahr den gesamten September geschaltet. 

Im Wellnesssektor sind Österreich und die Schweiz sehr gut aufgestellt – wie behaupten Sie sich gegen die Konkurrenz? Was lernen Sie von den Nachbarn?
Altewischer: Ich sehe keine Konkurrenz zu uns, sondern eher unter den Ländern. Die Schweiz hat nach der Franken-Aufwertung gerade andere Probleme. Das haben mir die Kollegen bestätigt. Österreich dagegen ist kleiner als Deutschland, hat entsprechend eine ganz andere Hoteldichte. Lernen können wir direkt nichts voneinander, denn die Märkte wachsen zusammen. Es geht vielmehr darum, sich international umzusehen und gemeinsam diese Entwicklungen nicht zu verschlafen. Früher habe ich gedacht: Wir in Deutschland sind in puncto Wellness hinter Asien, hinter Österreich – aber heute sind wir auf Augenhöhe. Und die oft beklagte Schnelllebigkeit im Wellnessmarkt ist eigentlich keine, man muss nur früh genug die Strömungen sehen und entscheiden, was zu einem passt.

Konkreter?
Altewischer: Das ITB-Fachforum Wellness hat auch in diesem Jahr wieder gezeigt: Die Gäste ticken weltweit sehr, sehr ähnlich – und unterscheiden klar zwischen Wellness- und Gesundheitsurlaub. Insofern gilt es miteinander zu lernen und vor allem auf Gästewünsche und -anforderungen einzugehen, denn letztlich ist es der Service, der den Unterschied macht. Das zeigen auch die Wellnesstrends 2015 (AHGZ vom 12. März). Ein Haus, in dem für Sie der Service nicht stimmt, besuchen Sie nicht mehr. Also, einfach zurücklehnen und dem Gast aufmerksam zuhören. 

Ein anderer Trend sind mehr Alleinreisende – in welchen Angeboten muss sich das niederschlagen?
Altewischer: Wer Alleinreisende bedienen möchte, muss sich konzeptionelle Gedanken machen, daraus Angebote entwickeln und parat halten. Diese müssen es alleinreisenden Gästen etwa ermöglichen andere kennenzulernen, wenn sie das möchten. Überrascht haben mich die Studien zum Thema: Alleinsein / Loneliness, Verstädterung – das ist verrückt. Es gibt immer mehr Menschen, die mitten im Leben stehen, gut verdienen – und dann ist da der verständliche Wunsch nach etwas mehr als nur die Arbeit. Wie kann ein Wellnesshotelier diese Themen bedienen? Mit Angeboten gegen die Leere fern von Kuppelclub und eDarling. Mit „social & emotional support“. 

Beim Fachforum Wellness nannte der britische Spa-Architekt Jean-Paul Blissett als tragfähigsten Trend: Wellness Homes, Communities & Cities. Für Deutschland ist so etwas doch gar nicht umsetzbar? Wer soll das bezahlen?
Altewischer: Wie auch Neil Orvay in seinem Vortrag beim ITB Fachforum Wellness gesagt hat ist es doch so, dass der Spa-Markt sehr kleinteilig ist. Wenn einem der vielen kleinen Anbieter ein Fehler unterläuft, schlägt das direkt auf ihn zurück. Die großen Investoren haben aber die Möglichkeit, durch große Markforschungen ihr Risiko zu reduzieren. Sollten sie trotzdem finanziellen „Blödsinn“ machen, dann ist das so – dann sind eben mal Millionen verbrannt. Aber warum soll man so etwas in Deutschland nicht probieren dürfen? TUI baut in der Toskana das komplette Dorf Castelfalfi zum Resort um. Und wenn es A-Ja gelingt Wellness fürs Volk zu machen und trotz günstigen Preisen am Markt zu sein und zu bleiben, dann funktionieren auch andere gute Konzepte. Menschen, die Geld übrig haben und auf Nachhaltigkeit/Sustainability schauen, sind für diese Vorschläge sensibel. 
Wellness als Begriff und Selbstverständnis ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das heißt für mich, dass wir neue Gedanken zulassen sollten. Und wer sagt eigentlich, dass Wellness nur im Hotel geht?

Was halten Sie von Projekten wie einem Wellness-Hostel oder dem Spa-to-go?
Altewischer: Die finde ich super spannend. Wenn eine jüngere Klientel über Hostels an Wellness als Lebensstil herangeführt werden kann, dann sollte man das zulassen. Auch Spas-to-go gibt es in einigen Day Spas in den Großstädten ja schon. Warum das jetzt also nicht zum Beispiel für Autobahnraststätten oder Flughäfen weiterentwickeln?!
Der Wellnesstrend Wearables versus Digital Detox zeigt auch, dass man nichts ausschließen darf bzw. kann. Natürlich hat das Festhalten an Traditionen auch etwas für sich. Und man sollte auch nicht vergessen, dass der typische Wellnessgast heute im Schnitt zwischen 40 und 55 Jahren alt ist.

Welche Wellness-Hotels sind für Sie Vorreiter oder tonangebend?
Altewischer: (überlegt etwas) Im deutschsprachigen Raum gibt es mehr als 20 Wellnesshoteliers, die in ihrem Bereich eine Vorreiter-Rolle einnehmen. Aktuell hat mir z.B. das Jammertal Golf & Spa-Resort mit seinem „Glashaus“ als neues Projekt gut gefallen. Es ist aus dem Saunagarten entstanden, der überbaut wurde und jetzt über Höhlensauna, Lagerfeuer und 100 Liegen verfügt. Dazu eine Kinoleinwand für Events. Das ist Spaß! Und lasst uns auf die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) besinnen, die mittlerweile auch in Asien kopiert wird. Wir sind in Europa auf der Höhe der Wellness-Zeit.

Südamerika war ein großes Thema beim diesjährigen ITB Fachforum Wellness – was tut sich dort?
Altewischer: Ich hatte Südamerika nicht auf dem Plan, das muss ich ehrlich zugeben. Aber deren Wellnessmarkt funktioniert. Peru etwa hat Hot Springs, so dass dort das Thema Thermalwasser glaubwürdig rübergebracht werden kann. Die Südamerikaner haben von Asien gelernt. Die legen einfach los, holen sich die weltweit besten Berater. Es ist ein Wachstumsmarkt in den Anfängen, aber mit zweistelligen Zuwachsraten. Ich glaube ja sogar, dass wir morgen oder übermorgen auch über Afrika als Wellnessmarkt nachdenken werden. Verwundert hat mich nur, dass das Thema wenige interessiert hat. Da geht es doch darum, was passiert im Hier und Jetzt – und das ist nicht mehr nur Europa.

Was planen die Wellness-Hotels & Resorts in diesem Jahr?
Altewischer: Weiterentwickeln. Außerdem haben wir Angela Schuh, Professorin für Vorsorgungsforschung, Kurortmedizin und Medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München in unser Beraterteam aufgenommen. Sie hat eine neue Weiterbildungsreihe für unsere Hoteliers und Spa-Leitungen gestartet. Dabei geht es um Naturheilverfahren und Klimatherapie. Wir wollen strategische Anhaltspunkte geben, wo die Reise hingeht.

 




Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland