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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
15. März 2009
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – Auflage: 470.826

Die Entdeckung der Langsamkeit

Im Bergdorf Balderschwang im Oberallgäu zeigt Wolfgang Zeller, was Entschleunigung ist. Ein Anti-Stress-Programm der anderen Art.

Wolfgang Zeller schaut den Frauen zuerst auf die Füße. "Ballerinas, Sandalen, Pumps - das geht gar nicht", sagt er. "Und Stiefeletten auch nicht", fügt er hinzu, nachdem sein Blick auf das Schuhwerk eines weiblichen Hotelgastes gefallen ist. Der Mann mit den Bartstoppeln und den Lachfältchen muss streng sein. Schließlich lotst er Wandergruppen in die Wälder und Berge rund um das Allgäudorf Balderschwang, und in Flipflops sollte niemand zu einer Almhütte oder einem Gipfelkreuz aufbrechen. Wobei Zeller das Ziel nicht ganz so wichtig ist, denn in erster Linie geht es darum, dass sich die Teilnehmer entspannen und Abstand vom Alltagsstress bekommen.


"Hetzt nicht", ruft er, während die Freizeitsportler sich Wanderstöcke schnappen. "Achtet auf die Dinge am Wegesrand, wundert euch über Kleinigkeiten." Zum Beispiel über die Gebirgspflanze mit den goldgelben Blüten und den schalenförmigen Blättern. Alle scharen sich um das Gewächs. Worum es sich handeln könnte? Betretenes Schweigen. Naturburschen sind nicht zugegen, eher Stadtkinder.

"Vielleicht eine Gänsedistel", vermutet jemand leise. Das hat Wolfgang Zeller glücklicherweise nicht gehört, sonst hätte er heftig den Kopf geschüttelt. "Das ist Gelber Enzian", lüftet er das Geheimnis schließlich. "Aus der Wurzel brennen wir Schnaps. Der schmeckt felsig, erdig, bergig." Dann schlendert er weiter, zeigt auf einen Turmfalken und eine Felsnadel, erläutert den Unterschied zwischen Tanne und Fichte. "Guckt auf die Zapfen", sagt er.

Solche Informationen streut Wolfgang Zeller nicht zufällig ein. Er nennt sich Entschleuniger. Entschleunigung heißt für ihn nicht, dass er nichts tut. Entschleunigung heißt für ihn, dass er allerhand tut. Nur eben langsam, mit Bedacht. Tagelang im Bademantel in einem Liegestuhl zu dösen wäre nichts für ihn - er braucht Kurzweil. Von Freizeittermin zu Freizeittermin zu hasten käme ihm aber auch nicht sonderlich erholsam vor - er hasst Zeitdruck. Also schnürt Zeller seine Wanderstiefel. Während er Wälder durchquert oder Berge erklimmt, lässt er den Blick schweifen. Das Handy zieht er dann höchstens aus der Fleecetasche, wenn er einen "ganz besonders netten Anruf" nicht verpassen will.

Wolfgang Zeller bleibt ziemlich oft stehen. Manchmal riecht er an Thymiansträuchern, manchmal weist er auf einen Ahornbaum hin. Er will seiner Gruppe dabei helfen, ihre Sinne zu schärfen. Der Plan scheint aufzugehen. Was es denn damit auf sich habe, fragen die Stadtkinder, als sie an einer sonderbaren Wurzel vorbeikommen, die das Erdreich verlässt, einen Torbogen bildet und wieder in den Waldboden eindringt. "Das ist eine Elfentür." Misstrauische Blicke. Beim Nähertreten zeigt er ihnen die Ursache: Die Wurzel wuchs über einen Stumpf hinweg, der darin verfaulte. "Ich gehe den Dingen gerne auf den Grund", sagt er, und sein Wanderstock bohrt sich in den Waldweg.

Regen hat die Erde in der Nacht so aufgeweicht, dass die Gruppe trotz Profilsohlen ins Rutschen gerät. Erschöpfung macht sich breit, und einige schlagen eine Abkürzung ein. Vom schnellsten Weg gen Tal aber hält Zeller nicht viel. Das war früher anders. Vor rund fünfzehn Jahren war er noch Trickskifahrer. Damals raste er derart geschickt über Buckelpisten und Skischanzen, dass er die deutsche Meisterschaft gewann. Auch wenn er immer noch gerne auf den Brettern steht, setzt er sich nun neue Karriereziele: Er lässt sich zum Natur- und Landschaftsschützer ausbilden. Damit noch viele Wanderer lernen können, dass eine Gänsedistel kein Gelber Enzian ist.

 

FAZ am Sonnntag 19.03.09


Text: INKA WICHMANN




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