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26. Januar 2013
AGHZ - Allgemeine Hotel-und Gastronomie-Zeitung

Die Natur nimmt stärker Einfluss - Autorin: Karin Gabler

Einfach mal abschalten: Das ist der Hauptwunsch von Gästen im Wellnessurlaub

Der Wellnessmarkt wächst – weiter. Ein Ende der Entwicklung, die vor genau 30 Jahren begann, ist nicht abzusehen. Im Gegenteil. Hand in Hand mit dem Trend zur Kurzreise wird der Wellnessurlaub noch beliebter. Und längst bieten nicht nur Ferienhotels oder Häuser, die sich konzeptionell der Entschleunigung ihrer Gäste verschrieben haben, entsprechende Einrichtungen – auch Tagungs- und Businesshotels schätzen die damit verbundenen Möglichkeiten. 
 
Der Hotelier
 
Dem Parkhotel Heidehof in Ingolstadt beispielsweise gelang es, sich seit 2002 mittels einer Orientalischen Beautyfarm samt Spa-Bereich ein weiteres Klientel zu erschließen. „Wir haben unter der Woche zu 80 Prozent Tagungsgäste im Haus“, sagt Direktorin Gabriele Schuh. Die Wochenendauslastung war früher ein Problem – einfach weil Ingolstadt ein Industriestandort mit wenig Attraktionen ist. „Durch die Umstrukturierung mit Wellness-Offerten – für Freundinnen, aber auch Männer mit zusätzlicher Audi-Werksbesichtigung – erfuhren wir einen deutlichen Zuwachs an Kurzurlaubern. Mit mehr Auslastung am Wochenende und mehr Umsatz in Bar, Restaurant, überall im Haus.“ 
 
Tatsächlich können Investitionen in Wellnesseinrichtungen, so man sie kreativ nutzt, einem Hotelbetrieb sehr gut tun. Das ist vielen Hoteliers bewusst. Laut einer von der AHGZ bei der Business Target Group in Auftrag gegebenen Online-Umfrage (November 2012) hat das Wellness-Angebot für gut 41 Prozent der befragten Häuser eine hohe bis sehr hohe Bedeutung. 30 Prozent der Hoteliers ergänzen den jetzigen Bestand zudem regelmäßig um neue Ausstattungselemente, für 14,5 Prozent ist auch die Erweiterung ein Dauerthema, „weil die Gäste anspruchsvoller geworden sind“. 
 
Dieser gewachsene Anspruch hat nicht zuletzt etwas mit dem mittlerweile erkennbaren Bewusstsein für ökologisch, sozial und gesundheitlich verantwortungsvolles Handeln zu tun. Noch ist die Zahl der Betriebe, die sich ganz der Nachhaltigkeit und der Green-Spa-Philosophie verschrieben haben, relativ gering. Wie die AHGZ-Umfrage ergab, stellen dies aktiv bisher nur 11,6 Prozent heraus. Dennoch aber sagen 37,7 Prozent der Befragten, dass sie – mit ihrem Namen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen bürgen. Und viele in der Wellnesshotellerie profilieren sich gerade im „grünen“ Bereich. 
 
Einer der Initiatoren zur Umsetzung dieser Gedanken war der Deutsche Wellness Verband, der 2010 mit einem „Muster Green Spa“ startete, das anschließend in einer Art Baukastensystem, an dem sich prinzipiell jeder beteiligen kann, immer konkretere Formen annahm. „Das Thema Nachhaltigkeit ist in vielen Bereichen seit Jahren eine Selbstverständlichkeit“, betont Lutz Hertel, Geschäftsführer des Deutschen Wellness Verbands. „Dabei geht es nicht nur um ökologisch verantwortliches Handeln. Die Übernahme sozialer Verantwortung, die Sorge für Fairness in der Wertschöpfungskette, die Vernetzung des Unternehmens mit der Region und die nachhaltige Verbesserung der Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern stellen hier die Richtschnur für die Betriebe dar.“ Um das auch dem Gast zu verdeutlichen, zeichnet der Verband bereits einzelne Hotels mit dem entsprechenden Green-Resort-Zertifikat aus. Das Hotel Mürz unter der Leitung von Steffen Wunsch in Bad Füssing war beispielsweise das erste Haus, das der Deutsche Wellness Verband entsprechend zertifiziert hat. 2013 folgen weitere. 
 
Die Maßnahmen, die von den einzelnen Hotels realisiert werden, sind unterschiedlich – orientieren sich aber stets an zehn Kernanliegen des Green-Spa-Kodex des Verbands. Dabei immer mit im Blick: Nachhaltigkeit soll und kann durchaus eine Basis für ökonomische Profitabilität sein. 
 
Ganz oben auf der „Zielliste“ mit Blick auf einen schonenden Umgang mit den Ressourcen steht das Energiesparen. Das wissen auch die Hersteller von Sauna, Dampfbad und Co. Durchdachte Lösungen machten es in den vergangenen zehn Jahren möglich, den Energiebedarf spürbar zu minimieren. „Ein wichtiger Schritt dazu war beispielsweise die Versetzung der Spa & Wellness-Anlagen vom Keller in höher gelegene Ebenen. Damit kann Tages- beziehungsweise Sonnenlicht genutzt und von Technikinstallationen für andere Bereiche des Hotels profitiert werden“, betont Adrian Egger, Leiter der Spa Division bei Klafs. Das Unternehmen hat sich der Herausforderung unserer Zeit unter anderem mit einem Green Sauna-Paket gestellt. Es ist für alle klassischen Klafs-Saunamodelle anwendbar und reduziert mehr als 40 Prozent des Energiebedarfs. Zudem dient der Einsatz etwa von Echtholz-Furnierpaneelen den modernen Anforderungen an nachhaltige Ressourcennutzung und gesundheitsorientierte Lebensweise. 
 
Auch für Hilpert, die Fuldaer Keramik-Manufaktur für Thermen und Bäder, steht der energieeffiziente Betrieb von Wellnessanlagen längst im Fokus. So wurden im NaturPurHotel Maarblick in der Eifel die Wärmeräume – Saunen und Dampfbäder – so nah beieinander platziert, dass der Energieverlust so gering wie möglich gehalten werden kann. Zudem bescheren die auf Nachhaltigkeit angelegten Konstruktionen und verwendeten Materialien einen geringen Reinigungsaufwand und niedrige Unterhaltskosten. Jedes der Unternehmen beweist, dass Nachhaltigkeit sowohl optisch als auch vom Komfort her keine Einbußen haben muss. 
 
Heinz Schletterer, einer der erfolgreichen Wellness & Spa Designer aus Strass im österreichischen Zillertal, bezieht bei seinen Spa Trends 2020 immer auch das Zurück zur Natur und die Wahrnehmung des eigenen Ichs mit ein. „Die Natur hat einen immer stärkeren Einfluss im Interieur-Design“, so Schletterer. „Das Spiel mit natürlichen Materialen, Wasser, Holz, Stein, kombiniert mit Künstlichem wie Beton und Glas wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden für den Gast aus.“ Das sei heute ein Muss – ausgelöst durch die stressige Arbeitswelt, die den Wunsch nach einem temporären „Ausbrechen aus dem Alltag“ fördere. Wellness-Konzeptionisten und Architekten sind angehalten, Orte zu schaffen, an denen ein Abschalten möglich ist. „Seelenräume“ nennen es manche, manche sagen sogar „Schutzräume“ dazu – wo der moderne Mensch der digitalen Welt entkommt. Da wird der Begriff Nachhaltigkeit aus einem weiteren, neuen Gesichtswinkel bedeutsam. 
 
Große Innovationen gibt es indes nicht. Der Deutsche Wellnessverband hat allerdings einige interessante Entwicklungen festgestellt. So sind kaum noch „losgelöste“ Behandlungen gefragt, sondern mehr die Kombination von aufeinander abgestimmten Anwendungen – die zum länger dauernden, effektvolleren Spa Ritual gestaltet werden. Kuschelig soll es künftig auch beim Outfit zugehen – als Gegenpol zum üblichen weißen Bademantel gibt es neue textile Kreationen für den Besuch der Gäste im Spa. Und zunehmend gefragt ist das Schweben im Wasser. 
 
Die Idee des Floatings existiert schon seit Jahrzehnten, allerdings musste der Gast dazu meist in geschlossene Tanks steigen. Heute wird das Floating in offenen Becken, auch für zwei oder drei Personen angeboten. Das Ringhotel Villa Margarete in Waren an der Müritz hat das Floaten mit der regionalen Warener Naturheilsole zu seinem Highlight gemacht: das sogenannte Freelaxx Floating findet statt in einer sieben Quadratmeter großen Austernwanne in einem nach oben offenen Raum. Das Besondere ist die jodhaltige Thermalsole in Salzform, ein anerkanntes Naturheilmittel. „Wir haben viele Gäste, die nur für das Floating kommen“, bestätigt Verkaufsleiter Nils Arnold. 
 
Gäste erwarten heute Mehrwert. Der bezieht sich aber nicht allein auf ein nachhaltiges Hotelmanagement, sondern vor allem auf die entsprechenden Angebote im Haus. In diesem Zusammenhang ergeben sich einerseits mit Hilfe von Spezialisten interessante Möglichkeiten, Großfirmen Programme und Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsvorsorge anzubieten. Wobei die Industrie den renommierten Wellnesshotels die dazu benötigte Kompetenz durchaus zuerkennt. Andererseits haben Individualgäste spezifische, dennoch vom Kern her dieselben Wünsche. „Der Hauptwunsch der Gäste im Wellnessurlaub ist ganz klar das Abschalten“, betont Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness Hotels & Resorts. „Das beginnt schon damit, dass sie erst einmal wieder lernen müssen, ohne Handy und Laptop auszukommen.“ 
 
Eine Umfrage der Gruppe Anfang 2012 zusammen mit der GfK und Beauty 24 ergab, dass mehr als jeder Zweite – 53,3 Prozent der befragten Gäste – bereits einer möglichen  Erschöpfung vorbeugen will. Gleichzeitig bestätigt jeder dritte Wellnesshotelier ein gestiegenes Interesse an Anti-Stress-Programmen. Kurse zum Stressmanagement werden bereits von 27,64 Prozent der Wellness Hotels & Resorts offeriert. Auch interessant: Die Zahl der Alleinreisenden in diesem Bereich steigt. Dabei, so die Umfrage, stammen mehr als 30 Prozent von ihnen nicht aus einem Ein-Personen-Haushalt, sondern wählen das Alleinsein ganz bewusst für ihre Auszeit. Um auf all diese Erkenntnisse optimal antworten zu können, rücken die Wellness Hotels & Resorts das Thema „Achtsamkeit“, das im Buddhismus wurzelt, 2013 in den Fokus. „Achtsamkeit ist im Wellnessgedanken fest verankert“, so Altewischer. „In Zeiten von Multitasking und dauernder Beschleunigung ist Stress eine der größten Herausforderungen der Menschen geworden. Das bewusste Innehalten und die Konzentration auf das Hier und Jetzt finden kaum noch statt.“ Konkrete Burnout-Programme sieht Altewischer zwar nicht sinnvoll in der Wellnesshotellerie angesiedelt, allerdings sei es wichtig, den Gast an ein alltagstaugliches Sport- oder Entspannungsthema heranzuführen. 
 
Die teilnehmenden Wellnesshotels wollen dem Gast daher gezielt zu mehr Wahrnehmung verhelfen. Einige bieten Balance-Camps an – mit Bädern, Massagen, Sauna, Yoga, Meditation, sowie „Entschleunigungswanderungen“, bei denen die Teilnehmer lernen, sich auf den gegenwärtigen Augenblick zu konzentrieren. Manche, wie das Hotel Sonnengut in Bad Birnbach, organisieren Yoga-Wochen, um Tiefenentspannung zu trainieren. „Die Übungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren“, betont Gastgeberin Petra Franzke, „und sie leiten zu einem achtsameren Umgang mit sich selbst an.“ 
 
Ein innovatives Konzept entwickelte darüber hinaus das Spa & Wellness Resort Romantischer Winkel in Bad Sachsa mit seinem RoLigio-Programm: das Gesundheits- und Lebenskonzept, das die Hausherrin Nora Oelkers mit Ärzten, Wissenschaftlern, Trendforschern und Therapeuten schuf, „entschleunigt und verbindet uns wieder mit Quellen der Kraft und Lebensfreude“. Nachhaltige Veränderung für den Alltag haben sie dabei im Visier – mit ganzheitlicher Ansprache von Körper, Seele, Verstand und Geist. Weil nur so, davon sind die Experten überzeugt, Wellness nachhaltig sein kann. 
 



Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland