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Südwest Presse
27. November 2008
Südwest Presse

Im Yogadress ans Frühstücksbuffet

Die Wellness-Hotels" Hubertus“ in Balderschwang und " Kranzbach" bei Garmisch ziehen junges Publikum an

Sie liegen nicht in der Wüste, sondern in den Bergen. Zwei Beispiele für Wellness-Oasen, die keine Oasen sind, sondern Orte, an denen sich die Gäste rundum wohlfühlen: das "Hubertus" und das Kranzbach".


"Hotels dürfen keine Wellness-Oasen sein", sagt Michael Altewischer, Geschäftsführer des Verbands der Wellness-Hotels-Deutschland (WHD). Denn eine Oase liegt in der Wüste. Wellness-Hotels aber sollten auch außerhalb von Spa-Bereich und Gourmet-Küche die Sinne anregen. Etwa durch die Landschaft, in die sie - architektonisch gelungen - eingebettet sind.

"Habt Ihr das gemerkt? Dass es jetzt plötzlich nach Sommer riecht, nach Alpenkräutern?" Wolfgang Zeller, ehemals deutscher Meister im Freestyle-Skifahren, lehntes ab, Wanderungen zu "erledigen". Er nimmt die Gäste des Hotels Hubertus mit auf Entschleunigungstour. Zeigt ihnen im Naturpark Nagelfluh den gelben Enzian ("der Schnaps aus den Wurzeln schmeckt wie flüssiger Berg"), lässt sie an ZitronenThymian schnuppern oder zupft den "Tannenbart", eine Flechte, vom Baum, um sie als Bart zu drapieren. So dauert die Wanderung auf dem Höhenweg mit Blick auf den Hohen Ifen zwar länger, aber bei der Rückkehr hat jeder das Gefühl, nicht nur wieder am Hotel auf 1044 Metern, sondern im Allgäu, in dieser Landschaft angekommen zu sein. Etwas von ihr mit nach Hause zu nehmen. Und sei es nur ein Büschel Tannenbart.

Oder ein Blatt Papier mit einer Zeichnung. Im Kranzbach, das im Elmauer Hochtal, 15 Kilometer hinter Garmisch auf 1040 Metern Höhe liegt, geht es mit Franz gleich nach der Ankunft noch in die Dämmerung hinaus. Der Wanderführer verteilt Bleistifte und Blöcke: "Wann habt Ihr das letzte Mal gezeichnet?" Es geht nicht um Perfektion, sondern ums Hinschauen. Die Silhouette der Bergzacken, die Kamine des englischen "Schlosses", die hohen Tannen, die das markante Gebäude überragen. Auf dem Wanderweg rund ums Hotel führt Franz die Gästegruppe hinein in die Feuchtwiese. Inzwischen ist es dunkel. Der Untergrund wird spürbar. Weich, unruhig, nachgebend.

Bewegung, zumal in der Natur, ist für Dr. Peter Heilmeyer, leitender Arzt der Reha-KIinik Überruh in Isny, zwingender Bestandteil eines Wellness-Konzepts. Eine Massage nach der Wanderung - wohltuend. Aber tagelang nur entspannen? Damit lasse sich Stress nicht wirklich abbauen. "Wellness darf nie die totale Entlastung sein." Für 60 Prozent der Wellnessurlauber ist Stress der häufigste 'Buchungsgrund. Stress, erklärt Internist Heilmeyer, war ursprünglich gut, um zu kämpfen oder zu fliehen. Stresshormone treiben den Blutdruck in die Höhe, reichern die Blutfette an, steigern den Muskeltonus, fahren Verdauung und Immunsystem zurück. Da neuzeitlicher Stress aber nicht mehr unmittelbar mit körperlichen Aktionen wie Flucht verbunden ist, werden die körperlichen Reaktionen nicht abgebaut. Stress schadet. Stressmanagement ist deshalb auch das Thema des Jahres beim Verband der 'Wellness-HotelsDeutschland (VVHD). Und schon lange ein wichtiges Konzept des Hubertus, das dem VMD angehört.

Sport, Regeneration, Ernährung: Damit will Hotelier Karl Traubel seine Gäste vom Stress "runterholen". Die kohlenhydratarme und eiweißreiche Ernährung nach dem Logi-Prinzip (Low Glycemic Index) wendet Heilmeyer erfolgreich in seiner Kurklinik an. Im Slow-Food-Restaurant des Hubertus' ist es immer nur eines der Hauptgerichte, das dem Logi-Prinzip folgt (z.B. "Rosa gebratene Lammkrone auf buntem Bohnengemüse in der Reisteigblüte“). Der Gast wird nicht gegängelt, sondern hat die Wahl. Das gilt auch fürs Aktiv- und Entspannungsprogramm: Pilates am Nachmittag oder Yoga vor dem Frühstück, ayurvedische Massage mit heißem Lotusöl oder klassische mit Alpenkräuterstempel. Da heißt es: ausprobieren. Vielleicht gilt das nicht unbedingt für Yoga. Der indische Yogalehrer Sammi Beg verlangt den Gästen schon um 8 Uhr morgens bis zu 20 Mal hintereinander in rasantem Tempo den Sonnengruß ab, eine Abfolge feststehender Übungen.

Im Kranzbach lässt Anja den Yoga-Willigen mehr Zeit, doch auch bei ihr ist der Neuling eher überfordert. Vielleicht zieht er dann doch den Besuch in einem der fünf Pools vor und genießt danach auf der Liege am verglasten Kamin im SpaBereich den Blick in die grandiose Landschaft. Er hat keine Eile. Das Frühstück lässt sich problemlos bis 11 Uhr ausdehnen. Säfte selbst pressen, sein persönliches Rührei-Rezept dem Koch abverlangen, das Müsli schroten. Ganz zwanglos im Yogadress. Statt Sterne-Steifigkeit herrscht im Kranzbach wie im Hubertus familiäre Lässigkeit vor. Vielleicht ist dies das Geheimnis, warum die Gästeschar eher um die 30 denn um die 50 ist. Und eher weiblich als männlich. Denn um Frauen wird in beiden Häusern mit speziellen Freundinnen- und Verwöhn-Angeboten für Schwangere geworben.

Das Konzept geht auf. Die Auslastung stimmt. Das Hubertus weiß ohnehin genau, was seine Gäste mögen: angefangen von den ausgesuchten Mitbringseln im Hotelshop bis hin zu einem Erzählabend mit Bärbel Bentele, die sich selbst eine "Kräuterhexe" nennt und in wunderbar allgäuerischem Dialekt Geschichten und Legenden erzählen kann.

Viel Holz, Stein und Fell - Naturmaterialien bis hin zu Vorhängen aus Sennleinen, dominieren das Hubertus. Die Gäste goutieren die im Halbpensionspreis eingeschlossenen Snacks am Mittagsbuffet und die selbstgemachten Kuchen am Nachmittag.

Das Kranzbach - mit ähnlichen Offerten - ist noch auf dem Weg. Sein Interieur ist spektakulärer, besticht durch die eigenwillige Handschrift der Londoner Inneneinrichterin Ilse Crawford, die allein die vier Salons farblich überraschend und mit exquisiten Designerstücken ausgestattet hat. So muss Hauschefin Petra Barta nicht selten die Frage nach den Herstellern der "Bubble" Lampen im gelben Salon oder des türkis-farbenen Sofas im Pfauenaugenzimmer beantworten. Für die Entwicklung des Kranzbach hat Petra Barta viele Ideen. Eine davon: das vorgelagerte Torwärterhäuschen ausbauen. Vielleicht als Museum, vielleicht mit Shop für englische Spezialitäten. Das Thema Schlaf als WellnessSchwerpunkt ist eingeführt - die Betten im Kranzbach, eine vom Geschäftsführer ein Jahr lang getestete Sonderanfertigung, kommen gut an, ebenso die Auswahl aus vier Decken und fünf Kissen, das AntiSchnarchöl, Lavendelbad und die Wärmflasche. Und natürlich Jens. Mit Traubenkerzenöl massiert er am Abend den Gast, der zuvor 30 Minuten lang im 36 Grad warmen Wasser gebadet und dem Kreischen von Möwen gelauscht hat. Danach gibt's ein heißes Kirschkernsäckchen um den Hals und ein Glas Honig-Milch mit auf den Weg ins Bett.

Gut möglich, dass Professor Jürgen Zulley, Schlafforscher an der Uni Regenburg, im Kranzbach ein weiteres Mal nicht nur vor Journalisten einen Vortrag übers Schlafen hält. "Zu wenig Schlaf", vermittelt Zulley mit wissenschaftlichen Belegen, "macht krank, dumm, dick ' und früher alt". Und wer will das schon sein? Die Generation Wellness jedenfalls nimmt sich ihre Auszeit.

Info
Über Massagen und Co. sollte man sich schon von zuhause aus direkt im Hotel informieren und wenn möglich Termine im Voraus vereinbaren. Weitere Informationen zu Wellness-Urlaub im Internet unter www.w-h-d.de




Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland