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5. November 2011
Handelsblatt

Lizenz zum Loslassen - Autorin: Anke Pedersen

1200 Hotels und Resorts in Deutschland werben heute mit dem Begriff Wellness. Eine Reihe von Qualitätssiegeln hilt dem gestressten Gast bei der Suche nach dem richtigen Spa

Der Mann massiert am Liebsten barfuß. Dann ist er ganz dabei, sagt er, kann den Menschen besser spüren. Und der Mensch kann Stefan Mann besser spüren - und das ist gut so. Denn der hessische Hüne mit den kräftigen Händen und der überraschend sanften Stimme sorgt für die Art von Erdung, die Termingeplagte so händeringend suchen gegen den alltäglichen Stress des Seins. Er schickt ihren Verstand auf direktem Weg in den Strandkorb, während er mit wohlriechenden Ölen angespannte Muskeln bearbeitet.

 

Handelsblatt Titel

 

Erst Ende 2010 hat der Physiotherapeut seine Praxis in Frankfurt eingetauscht gegen den Chefsessel im Spa des Lenkerhof Alpine Resort. "Ich investiere lieber in Gesundheit als in Krankheit", erklärt er seinen Wechsel in das Wellnesshotel im schweizerischen Simmental. Damit ist er ein ausgesuchter Glücksfall: für den Wellnessgast unter seinen Händen wie für das vielfach ausgezeichnete Luxushotel, ein ehemaliges Badehaus. Und auch aus Sicht von Spa-Experten, die seit Beginn des Wellness-Booms das Feld nicht jenen überlassen wollen, die das alte Schwimmbad im Keller als exquisiten Wellnessbereich deklarieren.

 

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"Trittbrettfahrer" nennt sie Welf Ebeling, langjähriger COO der renommierten Hotelvereinigung Leading Hotels of the World. "Eine Einrichtung, die sich Spa nennt, muss gewisse Grundvoraussetzungen mitbringen in Einrichtung und Kompetenz", doziert der Luxushotelier. Zweifelsohne. Was aber eigentlich zähle, das sei der Therapeut. "Tolle Gerätschaften einerseits und dazu ein Dilettant, das ist Schrott." Eben da trenne sich die Spreu vom Weizen.

 

Allein in Deutschland werben 1200 Häuser mit der Bezeichnung Wellness, weiß Michael Altewischer, Chef der Wellness Hotels Deutschland (W-H-D). In Österreich seien es 1400 und in der Schweiz noch einmal rund 300. Das ist zwar nichts gegen Asien, wo zusätzlich zu dem ohnehin gigantischen Angebot noch weitere 3.500 neue Hotelspas geplant seien. Doch auch hierzulande, so Altewischer, "Wird heute kein Hotel ab vier Sterne plus gebaut ohne einen Spa".

 

Ganz einfach deshalb, weil der Gast es so wünscht. "Früher war der Spa für die Hotellerie eher ein Anhanggeschäft", erklärt Hotelexperte Ebeling die Entwicklung. Seit die Menschen aber immer gesundheits- und körperbewusster würden, habe es sich mehr und mehr zum Mittelpunkt entwickelt.

 

Um die Qualität zumindest in seinem Segment, der Luxushotellerie, dauerhaft sicherzustellen, rief Ebeling 2004 das Label "Leading Spas of the World" ins Leben. Zusammen mit einem Team hochrangiger Branchenexperten hatte er monatelang an Kriterien gefeilt, "mit denen sich die verschiedenen kulturellen und ethnischen Aspekte von verschiedenen Spa-Philosophien auf einen internationalen Nenner bringen lassen".

 

Mit in der Jury saßen Branchengrößen wie Karl Nüser (Nassauer Hof), Vikram Oberoi (Oberoi Hotels) und Susan Harmsworth, SpaBeraterin und Gründerin des auf "tiefe Entspannung und kompromisslose Harmonie" angelegten Spa-Konzepts E'SPA sowie weltweit unumstrittene Königin ihrer Zunft.

 

Selbst aus dem Kreis der global führenden Nobelhotels schafften es anfangs nur 47 Kandidaten in den erlauchten Zirkel. Viele hat das wachgerüttelt. Immerhin umfasst die Liste heute - sechs Jahre später - 97 ausgewählte Adressen rund um den Globus, davon allein neun in Deutschland, zwei in Österreich und 16 in der Schweiz. Mit dabei renommierte Adressen wie Brenner's Park-Hotel & Spa in Baden-Baden, der Bayerische Hof in München, das Grandhotel Schloss Bensberg und das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. In Österreich sind es das Sacher in Wien und Schoss Velden am Wörthersee, in der Schweiz

 

 

Nobelhäuser wie das Palace Luzern und das Waldhaus Grand Hotel in Flims.

 

 

Doch drei, vier oder gar fünf Sterne am Eingang sagen nicht zwingend etwas aus über die

Qualität eines Hotel-Spa. "Anfänglich hat so ein Aktionismus eingesetzt", erinnert sich

W-H-D-Chef Altewischer. "Die Hoteliers dachten, sie müssten alles anbieten." Von Thalasso

über Bachblüten bis hin zum ayurvedischen Stirnguss. Dass das qualitativ danebengehen

musste, war ihnen gleichgültig. Dem Spa-Besucher allerdings auch, schließlich war er ebenso

unerfahren wie die Hoteliers selbst. Vorbei! "Der Gast hat mittlerweile ein großes Erfahrungsspektrum", weiß Altewischer. "Er ist viel gereist und kennt den Hamam in der Türkei ebenso wie das Ayurveda-Center in Indien. Entsprechend erwartet er qualifizierte Angebote und keinen Tüddelkram."

 

Erste Häuser haben deshalb damit begonnen, sich zu spezialisieren. "Back to Basics", heißt dabei die Devise. Resorts wie der Auerhahn im Schwarzwald bieten etwa Anwendungen

rund um Fichtennadeln an. Auf die "Kraft aus den Alpen" setzt das Adula im schweizerischen

Flims: die "Balancemassage" mit Johanniskraut, die Kopfmassage mit Arnika und die "Vitalmassage" mit Murmeltieröl, dem "Cortison der Natur". Gefragt ist Authentizität.

 

Auch deshalb vergleicht Wellness-Experte Wilfried Dreckmann einen guten Spa gern mit

einem guten Restaurant: "Es gibt fantastisches Essen, Sie werden freundlich begrüßt, Ihnen

wird Ihr Platz gezeigt. Und statt der Speisekarte bekommen Sie die Empfehlungen des Küchenchefs serviert." Nicht anders sollte es in einem Luxus-Spa laufen: "Ich will die Wellnessmenüs gar nicht lesen. Wir lesen sowieso jeden Tag zu viel. Ich will entspannt werden!" Mit dem Credo "Ich habe zwei, drei oder fünf Stunden Zeit - und nun macht mal!" hat der Düsseldorfer bereits einige der erfolgreichsten Spas in Europa eröffnet. Die Klientel: termingetriebene Erfolgsmenschen, denen Zeit ein kostbareres Gut ist als Geld. "Also suchen sie die maximale Entspannung in der minimalen Zeit", weiß Dreckmann.

 

Doch wo findet sich die richtige Wellnessoase? Nachdem Leading-Mann Ebeling und

seine Kollegen Qualitätskriterien erarbeitet hatten, entbrannte in Deutschland eine Art Wettlauf um die Zertifizierungshoheit von Spas. Sowohl die Vereinigung der Wellnesshotels als auch der Wellnessverband reklamieren: "Wir machen geprüfte Qualität." Der Deutsche Hotelverband verleiht blaue Wellness-Sterne, und selbst beim TÜV Rheinland gibt's inzwischen ein Spa-Zertifikat.

 

Folgt man jedoch Spa-Profi Wilfried Dreckmann, dann ist die Definition einheitlicher, allgemeingültiger Kriterien ein Ding der Unmöglichkeit. Dazu sei Wellness viel zu "emotionsgebunden": "Qualität ist das, was der Gast dafür hält", formuliert er. Der eine ist glücklich mit einer weitläufigen Saunalandschaft, der andere macht's nicht unter einem Pool mit Olympiamaßen, ein Dritter besteht auf Ayurveda, Hot Stone und Lomi Lomi.

 

Für Dreckmann gibt es daher eigentlich nur ein einziges wahres Kriterium: "Ein guter Spa

berät Sie und bietet dann ausschließlich das an, was Ihnen gerade heute gut tut." Die zentrale Frage bleibt jedoch: Wie finde ich mein Traum-Spa? Angesichts der Masse an Führern, Siegeln und sonstigen Werbeversprechen hält Dreckmann die Frage für falsch. Vielmehr

müsse sie lauten: "Wem können wir trauen?" Und da setzt der Experte ganz entspannt

auf traditionelle Mundpropaganda: "Fragen Sie Ihre Freunde nach ihren Erfahrungen!"

Danach könne man immer noch zu den entsprechenden Führern greifen.




Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland