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First Class
12. August 2009
First Class – Auflage: 24.000 [08/2009]

Medizin ohne Wellness?

Medical Wellness gehört zu den strapazierten Begriffen dieser Zeit.

Deutschland hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern: Aufgrund der Lage und der Sozialgeschichte bieten hierzulande zahlreiche Häuser seit Jahrzehnten traditionelle europäische Naturheilverfahren wie Kneipp, Felke oder Fastenkuren an. Verbunden mit einer hohen medizinischen Kompetenz werden sie über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Diesen Vorteil hat auch Meike Sonnenschein in ihrer Dissertation über die Zukunft des Gesundheitstourismus herausgestellt, Entsprechend positiv entwickelt sich derzeit der Markt: In Deutschland werden jährlich rund 35 Mio. Übernachtungen im Gesundheitsvorsorgetourismus gebucht. Bis 2020 prognostiziert die Studie ein Wachstum

auf über 50 Mio. Übernachtungen bei einem Umsatzvolumen von stolzen 8 Mrd. € statt bisher 5 Mrd. €. Zum Gesundheitsvorsorgetourismus zählt Meike Sonnenschein die Standbeine Wellness, Medical Wellness, die Vorsorgekur und bezuschusste Präventionsreisen. Diese unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Zielgruppe, Finanzierungsart und der angewendeten Medizin. Viele Angebote entsprechen zweifelsohne dem, was die Kur schon vor langer Zeit beinhaltete. Im Zuge eines weiter steigenden Gesundheitsbewusstseins sowie sich verändernder Reise- und Freizeitgewohnheiten wird es laut der Studie jedoch zu einer differenzierteren Nachfrage kommen. Dabei werden medizinische Kompetenz, Wohlfühlaspekte und Servicequalität zukünftig eine weiter steigende Rolle spielen. Gerade die Hotellerie könne von diesem Potenzial profitieren. Im Vergleich zu anderen Anbietern präventiver Programme ist sie in besonderer Weise in der Lage, Gesamtkonzepte mit dem entsprechenden Wohlfühlambiente und Service zu offerieren, die von der Übernachtung in modernen Suiten, über eine Gourmet-Vitalküche bis hin zu sinnlichen Massagen reichen.

 

First Class Medical Wellness 08/09

 

Integrieren oder Trennen?

 

"Erfolgreich werden zukünftig jene Hotels sein, die über eine glaubhafte Kompetenz im Haus verfügen", darin ist sich Meike Sonnenschein sicher. Das Angebot von authentischer Qualität sei in Deutschland die Zauberformel, nicht ein geringerer Preis. Doch Medical Wellness darf nicht als die Zukunft von Wellness verstanden werden, betont die Tourismusforscherin, Vielmehr existieren Wellness und Medical Wellness getrennt voneinander. Während ersteres im heutigen Verständnis in erster Linie auf Entspannung und Stressabbau setzt, umfasst Medical Wellness eine medizinische Kompetenz, die dem Gast neben einem Gesundheits-Checkup nachhaltige Wege zu einem gesunden Lebensstil vermitteln soll. Dafür wird in aller Regel ein Arzt im Haus empfohlen. Wellness und Medical Wellness müssen entsprechend separat voneinander angeboten werden - alles andere sei laut Meike Sonnenschein nicht erfolgreich.

 

Diese Erfahrung hat auch das A-Rosa Scharmützelsee gemacht. Bis zum letzten Jahr verfügte das Mitglied des Qualitätsverbunds Wellness-HotelsDeutschland (W-H-D) im Kurort Bad Saarow noch über einen eigenen Arzt, der vor allem Gesundheitscoachings durchführte. Doch die Nachfrage war nicht zufriedenstellend. Statt den Urlaub für die Gesunderhaltung zu nutzen, buchten die Gäste lieber reine Entspannungsangebote im klassischen Wellnessbereich. In diesem Jahr stehen deshalb allein Fitnesstrainer zur Verfügung, die unter anderem Körperanalysen durchführen können.

 

Anders sieht es bei jenen W-H-D-Häusern aus, die bereits Medical Wellness angeboten haben, als es noch Kur hieß. Das Schüle's Gesundheitsresort & Spa in Oberstdorf z. B. besteht seit mehr als 50 Jahren als Hotel und ist ein anerkannter Kneippbetrieb. Basierend auf den fünf kneipp'schen Säulen Vital, Aktiv, Gesund, Natur und Harmonie hält das Hotel Schrothkuren, Heilklimakuren oder auch Elektrotherapien bereit. Von Beginn an verfügt das Haus im Allgäu über eine hausinterne Arztpraxis und zwei Fachärzte, die besonders auf Herz-Kreislauf/ Cardiologie, Sportmedizin und intemistische Erkrankungen spezialisiert sind, Seit Mai 2008 präsentiert sich das Vier-Sterne Superior-Hotel mit einem neugestalteten Spa- und Medical-Wellness-Bereich, der auf über 2.200 qm eine neue Kneipp-Abteilung, moderne Massageräume und einen Beautybereich z. B. mit Kneipp-Thalasso-Gesichtsbehandlungen umfasst. "Die Verbindung aus ärztlicher Diagnostik, Naturheilverfahren und alternative Verfahren bietet ein Gesamtpaket und verschafft dem Gast ein Höchstmaß an Transparenz, was sich hinter dem Begriff Medical Wellness alles verbergen kann", erklärt der Hotelier Karl-Arnold Schüle das Konzept. So wolle er verdeutlichen, dass im Schüle's Gesundheitsvorsorge und Erholung zusammengehören. Eine Gästeklientel zwischen 30 und 60 plus überzeugt das Angebot. Bei ihnen handelt es sich weniger um Familien als vielmehr UM Paare und Einzelreisende.

 

 

Prävention statt Kur

 

Auf eine strikte Trennung zwischen Wellness- und MedicalWellness-Angeboten legt das Wellness-Hotel Sonnengut in Bad Birnbach wert, "Beide sind bei uns auch räumlich voneinander gelöst", erklärt die Inhaberin des Hotels Petra Franzke. Bereits seit der Eröffnung vor rund 13 Jahren bietet das Vier Sterne-Superior-Haus Medical Wellnessanwendungen mit einer hotelnahen Arztpraxis an, Während im Wellnessbereich die Gäste alles selbst finanzieren, werden viele Behandlungen im medizinischen Teil von der Krankenkasse bezuschusst.

 

Die Grundbehandlungen des Medical Wellness Centers, das Bereiche wie die Physiotherapie, Krankengymnastik, eine ärztliche Betreuung sowie Präventionsprogramme umfasst, sind von Beginn an gleich. Gerade letztere erfahren jedoch seit ein paar Jahren eine verstärkte Nachfrage. Deshalb wurde das bewährte Kurangebot zum Präventionsangebot weiterentwickelt. Statt drei Wochen müssen heute vier Tage für eine Stressbewältigung ausreichen, "Für mehr haben viele Berufstätige heute einfach keine Zeit mehr", stellt Petra Franzke immer wieder fest. Bereits 25Jährige kann das Hotel damit ansprechen, die Gästeschaft reicht jedoch bis in die 70-PlusLiga.

 

In Zeiten von Burnout und steigendem Gesundheitsbewusstsein kann Medical Wellness heute mehr denn je mit hochwertigen Präventivprogrammen punkten. Erfolgreich scheinen gerade jene Häuser, die auf Medical Wellness spezialisiert sind und reine Entspannungsangebote nebenher anbieten. In dieser Hinsicht ist es interessant, ob pure Wellnessanwendungen für die Gäste ab 30 überhaupt noch spannend und nutzbringend genug sind.

 

Die Dissertation "Medical Wellness & Co. - Der Gesundheitsvorsorgetourismus in Deutschland" von Meike Sonnenschein kann bei ghh Consult, Wiesbaden, erworben werden.

 




Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland