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der hotelier
28. September 2013
der hotelier [08/2013]

Die innere Mitte finden

Autorin: Elke Birke


Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragt der Schüler seinen Meister. „Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“ „Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf. „Eben nicht!“, antwortete der Meister.

Sie kennen die buddhistische Anekdote? Die Lehre aus diesen einfachen Worten ist Jahrtausende alt, die Sehnsucht danach aktueller denn je: Achtsamkeit. Das Wort ist wie Nachhaltigkeit und Wellness fast schon überstrapaziert. Doch auch wenn es so leicht über die Lippen geht: Es in unseren reizüberfluteten, hektischen Alltag zu integrieren, ist nicht einfach. Wir funktionieren in dem gewohnten Tempo, weil wir glauben, nicht anders zu können: immer mehr erleben. Immer mehr kaufen. Immer mehr leisten. Immer mehr genießen. Die Folge: Dauerstress. Die vermeintliche Lebensqualität sinkt. Kein Wunder, dass sich fast zwei Drittel (59 %) der vom Forsa Institut befragten Deutschen zum Ziel gesetzt haben, Stress zu vermeiden oder abzubauen, so der DAK Gesundheitsbericht 2013. Doch was birgt dieser Boom an Chancen für die Spa- und Wellnessbranche?

Der Hotelier Achtsamkeit

Helfen statt hätscheln

„Der aktuelle Run auf das Thema Achtsamkeit ist ein Glücksfall für die gesamte Branche“, sagt Spa-Experte Franz Linser von Linser & Partner Consulting. Denn bei dem Thema gehe es letztendlich darum, den Alltagstrott bewusst zu unterbrechen und sich selbst wiederzufinden. Es geht darum, nicht abgelenkt und verhätschelt zu werden, sondern ein Lebensstilproblem in den Griff zu bekommen. Dies bedarf einer professionellen Betreuung, regelmäßigen Trainingseinheiten sowie einer stimmigen Ästhetik während der Lernphase. „All das kann das arrivierte Wellnesshotel bieten“, so Linser.

Doch für den Experten ist Achtsamkeit allein noch kein Buchungsgrund. Der Begriff sei für die meisten Gäste bisher zu unkonkret, um daraus für sich einen klaren Nutzen zu erkennen. Die Erholungssuchenden wollen konkretere Ansagen, die sie verstehen und aus denen sie unkompliziert einen Alltagstransfer herstellen können: „Besser und klarer verständlich klingen beispielsweise De-Stress, Lebensqualität, Konzentrationsfähigkeit oder Entspannungsfähigkeit.“ Das Training der Achtsamkeit lässt sich darin methodisch sehr gut integrieren und zusammen mit geeigneten komplementären Übungen des Geistes und des Körpers anbieten.

Die Wellnessbranche verfügt über eine Vielzahl passender Module, weiß Linser. Es gilt jedoch darauf zu achten, Achtsamkeitstraining nicht direkt mit Entspannungs- und Relaxationstrainings zu verbinden, da diese unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen: Bewusstsein versus Beruhigung. Bei Achtsamkeit handelt es sich nicht um „just another treatment“, sondern um ein klassisches „Querthema“, das nur dann glaubhaft platziert werden kann, wenn es vom Unternehmen gelebt wird. Denn achtsam zu sein und zu handeln ist einerseits eine Lebenseinstellung als auch Charaktereigenschaft und andererseits das Training auf dem Weg dorthin.

Die heute am besten erforschte und etablierte Meditationsform ist das in den 70er-Jahren von John Kabt-Zinn entwickelte Training „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ (engl. Mindfulness Based Stress Reduction, MBSR). Die Selbsthilfemethode lehrt, gezielt mehr Zeit im Hier und Jetzt zu verbringen. Während der Meditation wird das alltägliche Gedankenkarussell ausgeschaltet und die Aufmerksamkeit gezielt auf das derzeit Erlebte gerichtet. Was empfinde, sehe, schmecke und rieche ich? Wohin wandern meine Gedanken? So wird geübt, all das wertfrei wahrzunehmen. Dabei wird die Aufmerksamkeit immer wieder auf den Atem als Anker gelenkt. Das Ergebnis: Die automatische Reaktion auf eine Situation wird unterbrochen und die verschiedenen Möglichkeiten zu reagieren bewusster. Das hilft im Alltag gelassener zu werden und besser mit Stress umzugehen. Da die wissenschaftlich nachgewiesene Methode MBSR Achtsamkeits- und Yoga-Übungen mit Meditation verbindet, wirkt sie sich zusätzlich positiv auf den Körper aus. Nach einigen Wochen produziert der Körper weniger Stresshormone, der Blutdruck sinkt, die Muskulatur lockert sich und das Immunsystem wird gestärkt.

Erste Hotels machen’s vor

Die Kooperation Wellness Hotels & Resorts widmet diesem Aspekt nun besondere Aufmerksamkeit: „Achtsamkeit ist im Wellnessgedanken fest verankert“, erläutert Geschäftsführer Michael Altewischer. „Die Fähigkeiten, aktiv zu entspannen und den eigenen Körper achtsam wahrzunehmen, gehören zusammen mit dem Auf- und Ausbau körperlicher Fitness sowie den Kenntnissen in gesunder Ernährung zu den Grundpfeilern und steigern die Lebensfreude.“ Die Kooperation bietet ihren Mitgliedern dafür spezielle Schulungen an, damit sie Gäste in ausgewählte Techniken der Achtsamkeit anleiten können. Darüber hinaus finden in einigen Hotels vertiefende Seminare mit einem spezialisierten Partner statt, gerne auch mal Yoga Camps. In den täglichen Yoga-Einheiten lernen und praktizieren die Teilnehmer unter Anleitung von Yogalehrern die körperlichen Übungen (Asanas) sowie Atem- und Meditationsübungen.

Das Seminar kombiniert Übungen der Achtsamkeitspraxis mit Elementen aus der Verhaltens- und Persönlichkeitsforschung. In dem Modul Achtsamkeit dreht sich zum Beispiel zunächst alles um eine kleine trockene Rosine. Die aus der Therapie bekannte Übung beginnt mit: Wie ist es, wenn ich eine Rosine sehe, fühle, rieche, schmecke? Dabei soll versucht werden, das Hier und Jetzt ganz bewusst zu erfassen. Die zweite Übung Body Scan zielt hingegen darauf ab, den Blick nach innen zu lenken.

Das Naturresort Schindelbruch im Harz zählt zu den ersten Anbietern des Seminars „Achtsamkeit und Persönlichkeit“. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren baut Inhaber Clemens Ritter von Kempski gemeinsam mit seinem Team und mit Spa-Expertin Dagmar Rizzato die nachhaltige Ausrichtung als Wellnesshotel schrittweise aus. Jetzt haben sie die Positionierung zugespitzt, das Konzept der „Achtsamkeit im Schindelbruch“ kreiert und den Spa-Bereich erweitert. „Wir haben erkannt, dass der neue Luxus unserer Zielgruppe Zeit, Rückzugsmöglichkeiten und Authentizität bedeuten, und die Gäste nach mentaler Regeneration, Ruhe und Nachhaltigkeit suchen“, erläutert Ritter von Kempski. So erleben die Urlauber beispielsweise unter dem Thema „Ein Waldspaziergang“ unterschiedliche Ruhekonzepte. Im Bergquell, dem Schwimmbad, tauchen sie ein in eine Welt aus Licht und Klang, erleben die Schwingungen der Musik im Wasser, im „Wurzelwerk“, einem perfekt gedämmten Ruheraum mit Wasserbetten herrscht absolute Stille und im Turmzimmer „Baumwipfel“ wiegen sich bald die Gäste wie einst als Neugeborene in den Schaukelliegen. „Der Ruheraum ‚Waldtau’ hat eine besondere Lichtinstallation, die den Biorhythmus unterstützt und aktivierend gute Laune verbreitet. Und im ‚Herbstlaub’ werden die Gäste mit monochromen Klängen in eine andere Welt entführt“, erzählt er. Ritter von Kempski schwärmt weiter vom neuen Spa-Duftgarten, wo das Aroma von Kräutern die sinnliche Wahrnehmung behutsam für sich einnehme. Zusätzlich schulen können die Gäste den achtsamen Umgang mit sich selbst in Einzelgesprächen, Gruppen-Coachings, Yoga-, Meditation-, und Entspannungseinheiten und Wanderungen in der Natur. „Menschen, die den Augenblick wahrnehmen und genießen können, sind entspannt und empfinden Lebensfreude“, weiß der promovierte Hotelchef. „Es gibt keine schönere Motivation für die eigene Arbeit, wenn uns dies für unsere Gäste gelingt.“

Vorträge zum positiven Denken

Ferdinand Thoma, Inhaber der Wellnesshotels Auerhahn Schluchsee und Alpenblick Höchenschwand, erkennt nicht das Thema als Trend, sondern das Wort Achtsamkeit. Das Interesse der Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst beschäftige die Menschen derzeit sehr. Ein Wellnesshotel mit professionellen Trainern bietet für Thoma die idealen Voraussetzungen, sich mal wieder um sich selbst zu kümmern. Zusätzlich können die Hotels ihren Gästen für die Zeit nach dem Urlaub Anleitungen mit auf den Nachhauseweg geben. „Wir bieten Achtsamkeitstrainings und Meditationen unter diesem Namen erst seit diesem Frühjahr an. Dafür haben wir zwei Wellnesstrainer ausbilden lassen“, sagt Thoma. „Jede Lektion wird individuell zusammengestellt und den Bedürfnissen der Gäste angepasst. Allerdings hatten wir viele Programmteile unter anderem Namen bereits seit zehn Jahren in unserem Aktivprogramm, ebenso wie Qi Gong, Fünf Tibeter, Hatha Yoga und Bodybalance.“

Im Wellness-Resort Heinz in Höhr-Grenzhausen verführen Wanderungen durch die Wiesen und Wälder zum Innehalten. Und in der 2500 Quadratmeter großen Wellnesslandschaft leiten ausgebildete Therapeuten die Gäste an. Seit diesem Jahr sind die Coachings wie bewusstes Atmen, Bodyscan und Meditation in der Gruppe fester Bestandteil des Angebotes. Spa-Leiterin Ira Bräuer berichtet: „Besonders an der Rosinenübung nehmen inzwischen bis zu acht Gästen teil. Viele sind überrascht und verfolgen begeistert, wie man eine Rosine mit allen Sinnen ‚begreifen’ kann und welche Gedanken sich dabei entwickeln. Nach der Bodyscan-Übung weisen wir darauf hin, wie angenehm es sein kann, abends im Bett seinen Körper wahrzunehmen und ihn in Gedanken zu erforschen.“

Das Bio-Vitalhotel Falkenhof in Bad Füssing hat innerhalb seines naturheilkundlich orientierten Vitalkonzeptes die Angebote zur Stressbewältigung und Harmonisierung um das Arrangement „Stressbewältigung durch Achtsamkeitsmeditation nach MBSR“ erweitert. Familie Abfalter erklärt in dem Angebot: Glück lässt sich nicht machen, aber über die Veränderung unserer inneren Verfasstheit können wir unseren Glückslevel erhöhen. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine regelmäßige Meditation die Gehirnaktivitätsmuster verändert und der Praktizierende sich besser fühlt. Der Gast kann dies in einstündigen Coachings erlernen oder in einem siebentägigen Arrangement mit täglicher Sitz- und Gehmeditation, der Achtsamkeitsmediation Body Scan, Yogaübungen nach John Kabt-Zinn und individuellen Gesprächen.

Blockaden und alte Muster lösen

Darüber hinaus können die Gäste ihre Entspannung fördern und die Selbstheilungskräfte aktivieren, zum Beispiel mit der aus Japan stammenden Methode Jin Shin Jyutsu. Dabei berühren Therapeutinnen mit den Händen Energiezentren und lösen so Blockaden und alte Muster. In der „Jin Shin Jyutsu“-Intensivwoche erhalten die Gäste zwölf Einzelsitzungen und meditieren jeden Morgen. „Unsere Gäste nehmen die Angebote sehr gut an“, sagt Johann Abfalter junior. „Sie wollen zunehmend bewusst zur Ruhe kommen und die Selbstheilungskräfte neu erschließen.“ Dabei findet ein Teil der Gäste zunächst den Einstieg zu mehr Achtsamkeit über Hatha Yoga. Andere wiederum interessieren sich für Einzel- oder Gruppenstunden in Qi Gong oder das neue einstündige Coaching „Stressbewältigung durch Achtsamkeitsmeditation“. „Wir führen die Gäste in Gesprächen auch vorsichtig an diese Themen heran, denn nicht alles, was sie gehört oder gelesen haben, erschließt sich ihnen oder passt zum jeweiligen Typ“, so Abfalter. Im Falkenhof sind bereits zwei Therapeutinnen speziell für die Achtsamkeitsübungen ausgebildet. Johann Abfalter ist überzeugt: „Bei Anwendungen müssen die Therapeutinnen oder Coachs mit dem Herzen dabei sein, denn das tut dem Gast gut und letztendlich auch dem Hotel.

Fazit: Für Spa-Experte Franz Linser sind die wesentlichen Erfolgskomponenten für zukunftsfähige Wellnesskonzepte ganz klar: das sorgfältige Planen, Organisieren und Trainieren einer professionellen und unaufdringlich inszenierten achtsamen Atmosphäre. Diese Stimmung der bewussten Aufmerksamkeit und das frühzeitige Erkennen von Gästebedürfnissen muss das Hotel ganzheitlich umsetzen. Damit wäre das Wellnesshotel als Ort der bewusst gelebten Achtsamkeit somit ein zentrales Buchungsargument und nachhaltiger Garant für den künftigen Unternehmenserfolg.

 




Geprüfte Wellness-Qualität: 1997 wurden die Wellness-Hotels & Resorts in Deutschland - unter dem Zeichen des Wellness-Baums - gegründet. Zu diesem Anlass wurden erstmals Qualitätskriterien für Wellness-Hotels definiert und seitdem kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. 2005 machen DEHOGA* und IHA** die Grundzüge dieser Qualitätskriterien zum Maßstab für die offizielle Definition eines Wellness-Hotels: eindrucksvolle Anerkennung der Fachwelt für die von unseren Hotels geleistete Pionierarbeit.

* Deutscher Hotel und Gaststättenverband
** Hotelverband Deutschland