Das Wellness-Lexikon der Wellness-Hotels & Resorts

Ein kleines ABC für Ihren Wellnessurlaub

Die Angebote in Wellnesshotels enthalten oft Fachausdrücke, die nicht jedem geläufig sind bzw. geläufig sein können. Die wichtigsten Stichworte zum Thema Wellness und Wellnessurlaub haben wir hier für Sie in unserem ABC der Wellness Begriffe zusammengestellt und erläutert. Ein Hinweis für Ihre Recherche: Die Suchfunktion des Wellness Lexikons unterstützt auch Wort-Anfänge. So müssen Sie nicht den exakten Wortlaut ins Suchfeld eintragen.


Moorbad  -  Bad im Moor zur Entschlackung, Entspannung und Stärkung des Immunsystems

Was ist ein Moorbad?

Das Naturprodukt Moor besteht aus uralten Pflanzenresten mit wertvollen Wirkstoffen wie Pektine, Cellulose, Natrium, Calcium und Magnesium. Moor enthält außerdem den entzündungshemmenden Bestandteil Huminsäure.

Grundlage für ein Moorbad, das als Voll- oder Teilbad zum Einsatz kommt, ist mit Wasser vermischter Badetorf. Moor ist ein ausgezeichneter Wärmespeicher, das die Wärme nur langsam an den Körper abgibt. Als sogenanntes Überwärmungsbad kann ein Moorbad eine Temperatur von bis zu 46 Grad Celsius erreichen, wird aber als nicht so heiß empfunden. 

Wie funktioniert ein Moorbad?

Entscheidet sich ein Gast für ein Moorbad, wird der Ablauf zuvor mit einem qualifizierten Mitarbeiter vor Ort durchgesprochen. Auf das Moorbad, welches unbekleidet genossen wird, folgt nach dem Abwaschen des Moors eine Ruhezeit. In dieser profitiert der Körper weiterhin von der hohen Körpertemperatur, während sich nach einer Weile tiefe Entspannung einstellt. 

Moorbäder zählen zur Wärmetherapie, da sie die Körpertemperatur während des Bades um etwa 1,5 °C erhöhen. Auf diese Weise wird ein künstliches Fieber erzeugt, das den Körperkern erwärmt und sich dadurch positiv auf die verschiedenen Körperfunktionen, auf das Immunsystem und den Stoffwechsel auswirken kann. Durch die Wärme entspannt sich zudem die Muskulatur.

Wie lange dauert ein Moorbad?

Die Badezeit bei Moorbädern beträgt etwa 20 Minuten, die ganze Anwendungszeit umfasst jedoch nahezu eine Stunde.

Wo lassen sich Moorbäder erleben?

In Deutschland gibt es aktuell rund 50 Moorheilbäder, in denen die positive Wirkungen mithilfe von Bädern oder Bäder durchgeführt werden. Bekannt Moorheilbäder in Bayern sind beispielsweise Bad Bayersoien und Bad Gögging.

Wann hilft ein Moorbad?

Gute Erfolge werden bei Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn-Out erzielt, ebenso bei Wechseljahresbeschwerden, Rheuma, Arthrose oder auch Osteoporose. Die guten Heilungserfolge bei Frauenleiden gehen vermutlich auf die im Moor enthaltenen Pflanzenhormone zurück.

Anwendungen mit Moor

Neben den Moorbädern lindern auch lokal angewandte Moorpackungen Beschwerden bei Rheuma, Arthrose und anderen Gelenkbeschwerden. Moorpackungen verbessern außerdem das Hautbild und fördern die Entschlackung.

Da Moorbäder sehr belastend für den Kreislauf sein können, dürfen sie nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden. Auch bei Herzkrankheiten, Bluthochdruck und offenen Wunden sind Moorbäder nicht zu empfehlen.

Was bewirken Moorbäder beim Kinderwunsch?

Die spezifischen Inhaltsstoffe des Moores ermöglichen häufig eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung. Eine der häufigsten Ursachen für Kinderlosigkeit ist die sogenannte Gelbkörperschwäche. Auch ein Ausbleiben des Eisprungs und andere hormonelle Ursachen sind ein Grund für Kinderlosigkeit. Durch die im Moor enthaltenen Wirkstoffe wird der Anteil der eine Schwangerschaft verhindernden Hormone gesenkt und andere Hormonspiegel, die eine Schwangerschaft begünstigen, z.B. Östrogen, erhöht. Die in bestimmten Moorarten in besonders hohem Maße enthaltenen natürlichen Gerbsäuren, wie z.B. Fulvin- und Ulminsäure spielen dabei eine besondere Rolle. Sie ermöglichen und begünstigen das Eindringen der hormonwirksamen Substanzen in den Körper. Je nach dem in welcher Landschaft das Moor liegt, enthält das Moor unterschiedliche Wirkstoffe. Daher ist es wichtig, bei der Auswahl des Kurbades darauf zu achten, dass das entsprechende Moor für die Anwendung bei Kinderlosigkeit ausdrücklich empfohlen wird. Auch sollte eine Moorbehandlung vorher mit einem Arzt besprochen werden.

Die Geschichte der Moorbäder

Moorbäder können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits der Arzt Theophrastus Bombast von Hohenheim (1493-1541), genannt Paracelsus, empfahl Moorbäder zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie z.B. Unfruchtbarkeit, Gelbsucht und Gallenleiden, Förderung der Esslust oder schnelleres Verheilen von Vernarbungen. Im 19. Jahrhundert führten Soldaten des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte Moorbäder in Deutschland ein. Sie hatten die Moorbäder während des Ägypten-Feldzugs kennen und schätzen gelernt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, richtete Napoleons Bruder Jerome Bonaparte ein erstes Kurbad mit Mooranwendungen für seine Soldaten in Bad Nenndorf ein. Schließlich entstanden im 19. Jahrhundert immer mehr Moorbäder in Europa.